9. Deutsche Revolution 1918/19

Ende September 1918 war auch der deutschen OHL klar, das der Krieg verloren war. Ludendorff forderte einen sofortigen Waffenstillstand. Da die USA nur mit einer demokratische Republik verhandeln wollte, setzte Wilhelm II Prinz Max von Baden mit Liberalen und sozialdemokratischen Ministern ein. Trotzdem war die USA unzufrieden.
Am 29. Oktober verweigerten die Matrosen gegen die Flotte Englands auszulaufen. Es führte zum Matrosenaufstand, der sich innerhalb weniger Tage auf ganz Deutschland ausbreitete. Überall gründete man Arbeiter- und Soldatenräte.




Matrosenstreik  1918













Das Verlangen nach der Abdankung des Kaisers wurde immer größer. Als die Revolution sich nach Berlin ausweitete und zu einer großen Demonstration führte, verkündete Max von Baden, dass der Kaiser auf den Thron verzichtet ohne dessen Einwilligung. Obwohl die Ernennung der Reichsregierung allein dem Kaiser  zustand, übergab Max von Baden in einem verfassungswidrigen Akt dem Parteivorsitzenden der SPD, Friedrich Ebert, das von diesem geforderte Amt des Reichskanzlers.
Als dann am 09.11.1918 die Republik doppelt ausgerufen wurde, einmal von Philipp Scheidemann (siehe Video) und später dann von Karl Liebknecht, wurden die revolutionäre Massen beruhigt.



Am 10. November 1918 übergab Reichskanzler Max von Baden die Regierungsgewalt an Friedrich Ebert, den Vorsitzenden der (M)SPD. Er bildete den „Rat der Volksbeauftragten“ um wie in Russland einen möglichen Bürgerkrieg zu vermeiden. Gegen Protest der radikalen Linken setzte der „Rat der Volksbeauftragten“ allgemeine und freie Wahlen durch. Dies sollte über die zukünftige Verfassung entscheiden.
Am Ende des Jahres 1918 ging es um die neue Staatsform: Entweder sozialistische Räterepublik oder parlamentarische Demokratie.
Im ersten allgemeinen Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte mit Vertretern aus ganz Deutschland entschied man sich für die parlamentarische Demokratie.
Die Linke gab sich trotzdem nicht geschlagen. Sie gründete die Kommunistische Partei Deutschlands – KPD. Diese forderte den bewaffneten Aufstand. Am 6. Januar begann der Spartakusaufstand. Die Regierung holte sich Hilfe von der OHL: General Groener. Dieser schlug den Aufstand mit äußerster Brutalität mit den Freikorps nieder. Die Führer Luxemburg und Liebknecht des Aufstands wurden ermordet.
Nun konnten die Wahlen zur Nationalversammlung stattfinden. Sie waren frei, und auch Frauen durften erstmals wählen. Der Wille des Volkes war eindeutig: Die demokratischen Parteien.
Dabei übersah man die ungleich größere Gefahr, die von den antidemokratischen Freikorps und von Teilen der alten Reichswehr ausging. Viele schlossen sich später Hitler an.