5. Frühe Neuzeit - Das Fundament der Gegenwart

Fin.-Fruhe-Neuzeit-Fundament-d.-mod.-Europas.jpg

 

 

Die Fugger in Augsburg

fugger1.JPG

Die Fugger wandern als bescheidene Handwerker im 14. JH vom Lande nach Augsburg ein und arbeiteten sich systematisch an die Spitze der Augsburger Gesellschaft. Ein solcher Aufstieg aus dem jew. Stand gelang nur wenigen.

Im 15. und 16. JH erlangte die noch heute bestehende Linie „Fugger von der Lilie“ durch die Fuggerische Handelsgesellschaft große Macht. Diese wurde von Jakob dem Älteren (1469 gestorben) begründet. Die Fugger wurden geadelt, und Jakob der Reiche (s.u.) in den Grafenstand erhoben.

Jakob der Reiche (1459-1525) : erst für geistliches Amt bestimmt, stieg nach „kaufmännischer Ausbildung“ in Venedig ins Familiengeschäft ein und führte dies zu großem Erfolg.

Jakob der Reiche finanzierte die Wahl Kaiser Karls V. mittels Bestechungsgelder für das Wahlgremium der Fürsten (Erzbischöfe von Köln, Mainz, Trier, die Fürsten von der Pfalz, Brandenburg, Sachsen und Böhmen.)

Jakob stand an der Spitze eines internationalen Handelsimperium und war der reichste Mann seiner Zeit. Mit ihm kamen kapitalistische Methoden zum Zuge: Profitwirtschaft statt Bedarfswirtschaft. Nicht mehr nur Land, sondern Handel und Bankwesen waren – ähnlich wie heute – die Quelle von Reichtum und Macht. Trotz des Aufstiegs in den Adel steht Fugger für das aufstrebende Bürgertum.

 

 

Die Medici in Florenz

medici.jpg


 

Die Familie Medici war im 15. und 16. Jahrhundert der einflussreichste Faktor im Kampf um Macht,  Reichtum und Ansehen. Der Ursprung des Reichtums der Familie liegt im Textilhandel

Durch gute Beziehungen zur florentinschen Volkspartei bestimmte die Familie der Medici die Politik in der Republik Florenz bzw. Toskana

Ähnlich wie die Fugger stammen die Medici aus dem Bürgertum, werden reich durch Handel und Bankwesen und werden dann geadelt. Ähnlich wie bei den Fuggern kommen Geld und Macht aus dem Handel und aus dem Bankwesen – ähnlich wie heute auch – und weniger aus dem Landbesitz.

 

 

Erasmus von Rotterdam


Erasmus (Desiderius) von Rotterdam war ein bedeutender Gelehrter des europäischen Humanismus. Er war Theologe, Philosoph, Philologe und Autor zahlreicher Bücher

Er wurde am 27. Oktober 1465 [oder 1469] in Rotterdam geboren

Wurde im April 1492 zum Priester geweiht und verließ im folgenden Jahr im Dienst des Bischofs von Cambrai das Kloster

Von 1495 bis 1499 studierte er Theologie in Paris

Von 1500 bis 1509 hielt er sich abwechselnd in den Niederlanden, in Paris, in England auf und Italien auf, wo er zum Doktor der Theologie promovierte

Von 1524 bis 1529 lebte er in Basel

1529 verließ Erasmus das reformierte Basel und zog nach Freiburg im Breisgau, das katholisch geblieben war

Im Jahre 1535 kehrte er nach Basel zurück und verstarb dort am 12. Juli 1536.

 

Während sich die Theologen des Mittelalters nur für die Bibel interessierten und ihr Denken und Fühlen am Leben nach dem Tod orientierten, interessierte sich Erasmus für das gesamte Wissen seiner Zeit, d.h. auch für die antiken Schriftsteller. Sein Interesse galt den Menschen (Humanismus) im Diesseits, der nach immer höherer Bildung streben sollte. Religiöse Streitigkeiten oder gar Gewalt im Namen der Religion lehnte er ab und plädierte im Sinne der Moderne für religiöse Toleranz und Streben nach Bildung.

 

Leonardo da Vinci (1452 - 1519)


Der italienische Bildhauer, Maler, Architekt und Naturwissenschaftler gilt als Universalgenie. Er verbande Kunst, Philosophie und Naturwissenschaften auf eine Weise miteinander, wie nimenad anders zuvor. Er war Schöpfer zahlreicher der bedeutendsten Meisterwerke der Malerei, wie etwa "Das letze Abendamahl", "Mona Lisa", die "Felsgrottenmadonna" und der "Vitruvianische Mensch". Durch seine vielseitigen Tätigkeiten und Studien in fast allen Wissensbereichen verkörpert er die Idee vom in der Renaissance entwickelten Universalmenschen ("uomo universale").