1. Ursachen des Ersten Weltkriegs

Im oberen Schaubild erkennt man wie Imperialismus, Militarismus und Nationalismus sich gegenseitig antreiben und so schließlich zum Krieg führen.

1.1 Imperialismus



Verteilung der Kolonien 1830


Verteilung der Kolonien 1830



Die heiße Phase des Imperialismus, des hektischen Wettlaufs der Großmächte um Kolonien, hatte bereits um 1870 begonnen. An eine Beteiligung Deutschlands dachte damals kaum jemand, denn Deutschland war in einer europäischen Mittellage: Es war von allen Seiten angreifbar und in einer wenig geeigneten Position, sich in die imperialistischen Auseinandersetzungen einzumischen.
Bismarck stellte die durch Privatinitiative erworbenen Kolonien unter den Schutz des deutschen Reiches: 1884 Togo, Kamerun, Deutsch-Südwestafrika, 1884/85 die Südseekolonien Kaiser-Wilhelms-Land, die Marshall-Inseln und den Bismarck-Archipel.
Großbritannien hingegen baute zielstrebig sein Empire aus: Bald gehörte GB halb Afrika und ca. 20% der Welt. Auch Frankreich beeilte sich, beim Wettlauf um Kolonien mitzuhalten.
Bis 1914 wurde die Welt unter den Kolonialmächten aufgeteilt. Auch die spät dazukommenden Nationen − Russland, die USA, Italien, Belgien und Deutschland. Sie alle wollten nur eins: Ein Stück vom Weltkuchen.
Auf die Belange der Kolonialvölker selbst wurde beim Kampf um die Kolonien so gut wie keine Rücksicht genommen. Völker und Stämme wurden oft gegen einander aufgebracht.
Wenn sie Widerstand leisteten wurde dieser brutal niedergeschlagen. Kolonialpolitik bedeutete für die Kolonialvölker in der Regel Unterdrückung, Ausbeutung und Demütigung.
Die Konkurrenz zwischen den europäischen Nationen wird immer heftiger. Hauptsächlich ging es um das Bedürfnis einer ständig wachsenden industriellen  Produktion, Suche nach Rohstoffen und Absatzmärkten. Aber die Kolonien dienten auch als Absicherung für das Mutterland. Kriege waren unter denn Kolonialmächten bald unvermeidbar. So vertrieb die  USA Spanien aus Amerika und kauften ihnen die Philippinen für 20 Mio Dollar ab. Washington machte oft kurze militärische Schläge gegen widerspenstige Länder um die Investitionen zu sichern (informellem Imperialismus). 1903 löste sich Panama von Kolumbien und wurde von der USA anerkannt. Auch in Afrika waren Kriege der imperialistischen Nationen nicht vermeidbar. So standen sich 1898 französische und britische Truppen gegenüber. Schließlich gab Frankreich nach. Die Briten stritten sich gleichzeitig mit den Russen um Afghanistan. Russland zielte auch in Richtung China. Dadurch wurden die Briten mißtrauisch und gingen 1902 eine Allianz mit den Japanern ein. Russland versuchte sich ebenso am Mittelmeer, um so über den Bosporus und die Dardanellen sich Zugang zum Meer zu schaffen. Dies blockierte jedoch Großbritannien.



Folge:

1.2 Militarismus

Es entstehen Spannungen die den Krieg immer wahrscheinlicher machen
- Unkontrollierter Rüstungswettlauf
- Zunehmender Einfluss der Militärs
- Glaube an den Krieg
- Militärische Denkweise ( besonders Deutschland und Frankreich)

->  Krieg wird immer wahrscheinlicher




Rechts sieht man eine Karikatur zum Rüstungswettlauf
zwischen Deutschland und Großbritannien.




  1.3 Nationalismus

   - alle Länder sind aggressiv 
   - alle glauben sie wären die Besten


   Großbritannien:
   - stolz auf ihr Empire
   - Rechtfertigung: Überlegenheit der angelsächsischen Zivilisation

   Frankreich:
   -  Behauptung gegenüber Deutschland
   -  stolz auf ihr Kolonialreich
   -  Elsass-Lothringen spielt eine Rolle
   -  Rechtfertigung: die Ideale der franz. Revolution

   Deutschland ( Bild links):
   - aggressiver Nationalismus
   - fühlen sich benachteiligt (Einkreisung)
   - meinen sie wären besser in Kultur und Wirtschaft

   Russland:
  - Traum von Großrussischem Reich
  - Rechtfertigung: Schutz der slawischen Brüder

  Osterreich-Ungarn:
   - Eindämmung nationalistischer Kräfte






Im oberen Schaubild sind nocheinmal die wichtigsten Elemente von Imperialismus, Militarismus und Nationalismus zusammengefasst.