1. Chronologie: von der Spaltung bis zur Einheit

Problemstellung:
Wie und warum kam es zur deutschen Spaltung 1949? Wie war das Verhältnis der beiden deutschen Staaten in der Folgezeit? Wie wurde die Wiedervereinigung 1989 möglich?

Verfahren/Aufgabe
Nimm folgende Chronologie als Grundlage für die Erarbeitung „deiner“ deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Übertrage die Zeittafel in deinen Blog und erläutere die gelisteten Begriffe. Unter Verwendung von Informationen (Filme, Texte) aus der Internetseite http://www.60xdeutschland.de/ solltest du das fett Gedruckte genauer erläutern, alle anderen Begriffe grob einordnen.



Direkt nach der Kapitulation Deutschlands und somit der Niederlage des Zweiten Weltkrieg am 2. Mai 1945 stellte sich die Frage was nun mit Deutschland geschehen sollte.

Konferenz von Jalta 


In der Konferenz von Jalta, ein diplomatisches Treffen der alliierten Staatschefs Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Vereinigtes Königreich) und Josef Stalin (UdSSR) im auf der Krim gelegenen Badeort Jalta vom 4. bis zum 11. Februar 1945, wurde schon vor der Kapitulation Deutschlands über Aufteilung Deutschlands und die Machtverteilung in Europa verhandelt. 

 

 

Konferenz von Potsdam


In der Konferenz von Potsdam vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 verhandelten die drei Hauptalliierten über die genaue Aufteilung Deutschlands. Im daraus folgenden Vertrag von Potsdam wurden die politische und geografische Neuordnung Deutschlands, seine Entmilitarisierung, die von Deutschland zu entrichtenden Reparationen und der Umgang mit deutschen Kriegsverbrechern beschlossen.



Aufteilung Deutschlands


Kalter Krieg


Bei der Aufteilung Deutschland war auch ein Konflikt der Alliierten nicht zu vermeiden. Im so genannten „Kalten Krieg“ spitzte sich die Lage zwischen den Westmächten unter Führung der USA und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion zu. Dieser Konflikt wurde 1945 bis in die 1980er Jahre mit allen Mitteln unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges ausgetragen. Durch Jahrelange politische, ökonomische und militärische Anstrengungen, ideologischen Propaganda und Wettrüsten in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft  wurde versucht den Einfluss des anderen einzudämmen.



Frankfurter Dokumente


Ein wichtiger Baustein zur Gründung der Bundesrepublik wurde mit den „Frankfurter Dokumente“ gelegt. Am 1. Juli 1948 wurden Verschiedene Dokumente, in welchen die Empfehlungen zur Gründung eines westdeutschen Staates enthalten waren, übergeben.



Berlin-Blockade


Als Reaktion auf die Währungsreform in den Westzonen und den westlichen Sektoren, entstand die so genannte „Berlin-Blockade“. Als Folge dieser Blockade war eine Versorgung West-Berlins durch die Westalliierten über die Land- und Wasserverbindungen nicht mehr möglich. Als Lösung dieses Problems wurde im Zeitraum von 23. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 die „Berliner Luftbrücke“ eingerichtet. Sie stellte die Versorgung West-Berlins durch Versorgungsflüge sicher.

 


 




Gründung der Bundesrepublik Deutschlands

Alle oben genannte Ereignisse führten schließlich zur Gründung der Bundesrepublik Deutschlands: Am 1. September 1948 trat der 65-köpfige Parlamentarische Rat unter Vorsitz von Konrad Adenauer in Bonn zusammen und arbeitete in den folgenden Monaten das Grundgesetz aus. Durch die Hohen Kommissare wurde die Besetzung der Westzonen aufgelöst. Man sprach vom so genannten "Besatzungsstatut". So wurde Westdeutschland zur Trizone vereinigt. Am 23. Mai 1949 unterzeichnet Konrad Adenauer die Verkündungsurkunde zum Grundgesetz. Man vermied dabei das Wort "Verfassung", Da man die Regelung später als Gesamtdeutschland klären wollte, was später jedoch nie gemacht wurde. So wurde auch auf eine Volksabstimmung verzichtet. Das Grundgesetzt trat am 24. Mai 1949 in Kraft: Die Bundesrepublik Deutschland war entstanden.
Am 14. August 1949 fand die erste Bundestagswahl in der Bundesrepublik Deutschland statt:



Gründung der Deutschen Demokratischen Republik

Am 30 Mai 1949 noch vor der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurde die “Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik” vom dritten Deutschen Volkskongress angenommen. Am 7. Oktober wurde schließlich die Deutschen Demokratischen Republik, kurz DDR, auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone einschließlich des sowjetischen Sektors von Berlin auf  Bestreben der Sowjetunion gegründet.

 

 

 

1952: „Stalinnote“, innerdeutsche Grenze, Sozialismus wird Staatsziel der DDR, Kollektivierung in der DDR

 

1953: Tod Stalins, 17. Juni 1953



Pariser Verträge

Die Pariser Verträge  wurden am 23. Oktober 1954 von den Mitgliedern der Westunion, der Bundesrepublik Deutschland und Italien in Paris unterzeichnet und traten am 5. Mai 1955 in Kraft. Inhalt der Pariser Verträge war: Aufhebung des Besatzungsstatutes und die Verleihung der Souveränität in dem leicht veränderten Deutschlandvertrag (von 1952) sowie der Beitritt der Bundesrepublik zur WEU und zur NATO in jeweils eigenen Verträgen. Jedoch sicherten sich die Alliierten einige vorbehaltsrechte, welche die Souveränität beschränkten:

 

1. Alliierte Truppen dürfen auf Deutschem Boden bleiben

2. Keine ABC- Waffen dürfen in deutschem Besitz sein

3. Alle gesamtdeutschen Fragen werden von den Alliierten entschieden -> 1989, 2+4 Vertrag

4. Berlin bleibt unter dem Viermächtestatus 

 

 


Warschauer Pakt

 

Der Warschauer Pakt war ein Ergebnis der seit 1947 zunehmenden Spannungen zwischen den Alliierten des Zweiten Weltkriegs. Man reagierte mit dem Warschauer Pakt auf den beitritt der BRD in die NATO. Der warschauer Pakt war so ein militärischer Zusammenschluss der kommunistischen Staaten und somit das " Gegengewicht " zur NATO. Mitgliedsstaaten waren: UDSSR, DDR, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien
 
Warschauer-Pakt.png
Truppenstärke der NATO-Mitgliedsstaaten (mit Kontingenten aus den USA und Kanada) und der Staaten des Warschauer Paktes in Europa 1973



1956: Nationale Volksarmee (Armee der DDR), XX. Parteitag der KPdSU

 

1957: „Saarland kehrt heim“




Römische Verträge


Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957 von Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom unterzeichnet und traten am 1. Januar 1958 in Kraft. In ihnen wurde die Gründung der Europäischen-Wirtschafts-Gemeinschaft, kurz EWG (F, I, BRD, B, LUX, NL… heute 27 Länder) beschlossen. Dies war der Grundstein für die heutige EU.


Berlin-Ultimatum


1958 stellt die Sowjetunion (Chruschtschow), den drei Westmächten ein Ultimatum. Sie fordert deren sofortigen Rückzug aus Berlin, um den Flüchtlingsstrom in den Westteil zu stoppen. Den Westmächten widerstrebt jedoch der Vorschlag und lassen das Ultimatum überstreichen. Die Berlinkrise ist damit jedoch nicht gestoppt.


Kollektivierung (Wirtschaft)

 

Bis 1960 wird ein Großteil der Landwirtschaft in der DDR wird verstaatlicht. jedoch stoßen sie dabei auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung. die Verstaatlichung wird schließlich durch massive Propaganda und harte drohungen umgesetzt. Die Landwirtschaft wird nun in die LPG übergeführt

(Landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft)

1959: Hammer, Zirkel und Ährenkranz in der DDR-Fahne (DDR will sich von der BRD abgrenzen/separieren)

1960: Staatsrat der DDR wird  von der Volkskammer gewählt, der Staatsratsvorsitzender entspricht dem Bundeskanzler (Walter Ulbricht bis 1971, Erich Honecker bis 1989). Das eigentliche Machtzentrum war das Politbüro der SED mit 15-20 Mitglieder.

 


Flüchtlingsstrom

 

Der Strom der Flüchtlinge in die BRD (100.000 - 200.000 pro Jahr) reist weiterhin nicht ab. Die SED sieht das als Existenzbedrohung, da vor allem viele Fachkräfte der DDR den Rücken kehren. Sie sehen als einzige Lösung den Mauerbau.



Kennedys „Three essentials“


Kennedy toleriert den Mauerbau unter drei Bedingungen:

     1. Die Präsenz von westalliierten Truppen in Berlin

     2. Freier Zugang nach Westberlin

     3. Lebensfähigkeit der demokratischen Gesellschaft in Westberlin


1962: Kuba-Krise

John F. Kennedy 
enthüllt, dass die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba platziert hat. Dieses diente der Sowjetunion als Druckmittel gegen die Westmächte. Kennedy fordert den sofortigen Abzug der Waffen. Sonst droht der Sowjetunion eine Invasion Kubas. Diese Auseinandersetzung führt fast zu einem weltweiten Atomkrieg. Nach sechs Tagen Nervenkrieg gibt die Sowjetunion nach und verspricht den Abzug der Waffen. (Dabei zog die USA gleichzeitig ihre, in der Türkei stationierten, Atomraketen zurück.)


1963: Der „Alte“ (Adenauer) tritt ab

Konrad Adenauer tritt nach 14 Jahre als Bundeskanzler mit 87 Jahren ab. Durch ihn konnte die Republik wieder aufgebaut werden und die Westbindung gestärkt werden. Adenauer stand für Westintegration (NATO, EWG).Adenauers Politik kann man fast auf eine mathematische Formel bringen:

Westintegration + Aufrüstung à führt zu Sicherheit und zur Wiedervereinigung Deutschlands aus einer Position der Stärke hinaus

 

1963: Passierscheinabkommen

Ab Weinachten 1963 sind erste Tagesbesuche der Westberliner in Ostberlin möglich.

 

1965: Düsenflieger über Berlin

Die BRD versucht Westberlin möglichst eng an sich zu binden (Bundestagsitzung in Berlin), jedoch stören die Sowjets durch Düsenjägerüberflüge und Sperrung der Zufahrtswege nach Westberlin. Die deutsch-deutsche Politik gerät in eine Sackgasse.

 

1965: „Unkultur aus dem Westen“

Unkultur aus dem Westen wird in der DDR bekämpft und verboten

 

1967: Plattenbau (Wirtschaft)

 

1968: „Prager Frühling“

Tendenz zur Demokratisierung in der Tschechoslowakei wird von russischen Panzern niedergewalzt.

 

1969: Hallstein-Doktrin

 Das Hallstein-Doktrin (Abbruch bzw. Einfrierung der diplomatischen Beziehung zu Ländern die die DDR anerkennen) beginnt zu bröckeln, da immer mehr Ländern die DDR anerkennen. Die bisherige CDU Politik gerät ins wanken.

 

1969: Willy Brandt wird Bundeskanzler

Willy Brandt wird Bundeskanzler und bildet die SPD/ FDP Koalition in der Regierung bis 1982. Die FDP will eine Annäherung an die DDR zur Verbesserung der Beziehungen der beiden deutschen Staaten.



Willy Brandt in Erfurt

1970 fand das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen statt. Die DDR forderte vergeblich die Anerkennung als Staat und die BRD wollte die Wiedervereinigung. Jedoch blieben jegliche Gespräche ergebnislos. Allerdings bleibt das Treffen in Erinnerung, da einige hundert Menschen Willy Brandt auf dem Platz vor dem Tagungshotel zu jubeln.


 


Moskauer Vertrag

Der Moskauer Vertrag wurde am 12. August 1970 zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland im Katharinensaal des Kremls in Moskau geschlossen.

In diesem Vertrag erkennt Deutschland die  bestehenden europäischen Grenzen an (Wandel durch Annäherung, Egon Bahr). Es wird die Unverletzlichkeit der Grenzen beschlossen, d.h. wir gehen nicht mit Gewalt gegen die bestehenden Grenzen vor.

 

 

Warschauer Vertrag

Der Warschauer Vertrag ist ein Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen. Der Vertrag wurde am 7. Dezember 1970 unterschrieben. Darin sicherte die Bundesrepublik die auf der Potsdamer Konferenz zwischen den Siegermächten vereinbarte Oder-Neiße-Grenze faktisch als Westgrenze Polens zu, indem beide Länder bekräftigten, dass ihre Grenzen unverletzlich sind. Hierdurch wird Polen die Angst vor dem aggressiven Deutschland genommen. Am Tage der Unterzeichnung fiel Brandt vor dem Denkmal des Ghettos auf die Knie. Diese Geste ging als "Kniefall von Warschau" in die Geschichte ein.

 


1971: Rücktritt Ulbrichts

Walter Ulbricht, Staats- und Parteichef der DDR, erklärt seinen Rückzug. Dieser war durch eine Intrige Honeckers ausgelöst worden. Neuer Generalsekretär der SED wird Erich Honecker.

 

1971 Transitabkommen

Weitgehender ungehindert Zufahrt von Westdeutschland nach Westberlin und umgekehrt  

Verkehrsvertrag war nun möglich.

Reiseerleichterung für Westdeutsche und Westberliner wurde beschlossen, d.h. man konnte nun mehrfach einreisen, sogar mit dem Auto, Rentner durften als einzige Bürger der DDR in den Westen reisen, da Rentner den Staat nur kosten.

 

1974: „Ständige Vertretung“, DDR als „sozialistische Nation“

 

1976: „Pfarrer Brüsewitz“ verbrennt sich als Protest gegen die Unterdruckung der Kirchen

 

brusewitz_6.JPG

 

1982: Wehrgesetz in der DDR, Wirtschaftskrise in der DDR (Wirtschaft), (fast dauernd ab den 70er Jahren)

 

1987: Abrüstung im Warschauer Pakt, Ende des Kalten Krieges, Honecker im Westen

 

 

 

 

1989: Kommunalwahl in der DDR


Mit den Wahlfälschungen der SED bereits im Mai 1989 beginnt die revolutionäre Volksbewegung der DDR, diese nimmt verschiedene Formen an


Protestbewegung


Ist zunächst eine Fluchtbewegung über die westdeutschen Botschaften z.B. in Prag, gleichzeitig September 89 wird die Ungarische Grenze geöffnet --> Fluchtbewegung über Ungarn; die Mauer hat keinen Sinn

9. Oktober 1989: DDR-Behörden entscheiden, die Protestbewegungen nicht mit Gewalt niederzuschlagen

Montagsdemonstrationen in Leipzig: Immer mehr Menschen demonstrieren für Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit. Der anfängliche Slogan "wir sind das Volk" wird mit der Zeit zu "wir sind ein Volk"

 

--> „friedliche Revolution“ Mauerfall

 

 

1990: 2+4 Vertrag, Deutsche Einheit

 

 

 

  Tagesschau vom 10. November 1989